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Stories

 

Frederik Fischer
Der Seriengründer – Frederik Fischer

Frederik Fischer gründete 2012 über den Startupservice das Unternehmen Tazaldoo. Mit der App Tame wollten er und seine Mitgründer Ordnung in den Twitter-Dschungel bringen. Zwei Jahre nachdem Tame sehr erfolgreich gestartet war, musste Frederik feststellen, dass es ihm an Wissen und Erfahrung fehlte, seine Erstgründung auf die nächste Stufe zu bringen. Nach vielen Abwägungen gab er die Geschäftsführung ab und verließ sein Unternehmen. Nach einem Relaunch löste sich das Unternehmen 2018 auf.

Nachdem Frederik sein erstes Unternehmen verlassen hatte, stütze er sich gleich in neue Projekte. Er war Talent-Scout beim MIZ, Gründungsredakteur bei Krautreporter sowie Mitgründer von piqd. Rückblickend würde Frederik dies allerdings anders machen und sich nach der anstrengenden Zeit in seinem ersten Startup ein paar Monate Auszeit nehmen, um die nächsten Schritte in Ruhe zu planen.

Aus seiner ersten Gründungserfahrung mit Tazaldoo hat Frederik für sich persönlich mitgenommen, dass er in erster Linie daran arbeiten muss, ein ausgeglichenes Leben zu führen, um auch ein guter Unternehmer zu sein. Das bedeutet für ihn konkret, sich mehr Zeit für sich und seine Familie zu nehmen, zu Meditieren, Zeit mit Freunden und in der Natur zu verbringen.

All diese Learnings sind schließlich in der Idee zu seinem aktuellen Projekt gemündet: der KoDorf-Bewegung. Der Ansatz dahinter ist es, die Vorteile des Stadt- und Landlebens zu vereinen und somit das Leben auf dem Land für Großstädter attraktiver zu gestalten. Frederik und seine Mitgründer Patric Meier und Katrin Frische, haben bereits erfolgreich ein Pilotprojekt durchgeführt. Aktuell entsteht genossenschaftlich das erste KoDorf in Brandenburg mit einer Kombination aus Privatsphäre und gemeinschaftlichen Flächen: 40 kleine Häuser, ein Coworking-Space, eine Küche mit langer Tafel, Werkstätten, Yoga-Räume, eine Gärtnerei, eine Kita und ein Hofladen.

Mit dem „Summer of Pioneers“ hat Frederik zudem eine viel beachtete Veranstaltungsreihe gestartet, die im letzten Jahr vom Bundesinnnenministerium ausgezeichnet wurde und nach einem erfolgreichen Start in Wittenberge nun im hessischen Homberg (Efze) fortgesetzt wird. Die Idee: 20 Großstadt-Kreative bekommen für sechs Monate möblierte Wohnungen und einen kostenlosen Coworking Space. Als Gegenleistung bringen sie sich vor Ort ehrenamtlich ein, organisieren Veranstaltungen, Reaktivieren Leerstand und teilen ihr Wissen in Workshops.

Weitere Informationen zu Kodorf Wiesenburg
Summer of Pioneers (Homberg, Wittenberge)



Ulrike Heringer
Die Velophile – Ulrike Heringer

Auf ihrem täglichen Weg mit dem Fahrrad zur Universität fiel Ulrike und ihren zwei Mitgründern auf, dass es bislang noch keine Fahrradtaschen gibt, die sich einerseits praktisch am Fahrrad befestigen lassen, die sich andererseits komfortabel in Uni- und Büroalltag integrieren lassen und die zugleich ästhetisch sind. Es fehlte eine Alltags-Fahrradtasche auf dem Markt, fernab von sportlichen Modellen für Radreisen. Also haben sie selbst eine Fahrradtasche entwickelt und die ist ein echtes Lifestyleprodukt.
 
Durch die Unterstützung des Startupservice der Humboldt-Innovation konnte das junge Team seine Taschen zunächst im HumboldtStore platzieren und austesten, wie sie von der Kundschaft angenommen werden. Hier haben sie schnell gemerkt: Bei den Kundinnen und Kunden tauchen immer wieder Fragen zu ihren Produkten auf. Um die nötige Beratung sicherzustellen musste ein eigener Laden her. In Friedrichshain kann man seit 2016 das Sortiment von ZIMMER – Fahrradtaschen und Portemonnaies in Farbe und zum Anfassen bewundern. Ihr Online-Shop bereichert auch die, die von außerhalb Taschen bestellen möchten.

Ein Unternehmen zu führen bedeutet häufig Kompromisse einzugehen. Für Ulrike und ihr Team war es hier vor allem der eigene Anspruch an ein faires Unternehmen und eine enge Verbindungen mit den Herstellern. ZIMMER lassen ihre Taschen von zwei kleinen Nähereien in Polen und Bulgarien fertigen. Die kleinen Stückzahlen, die das Team in Auftrag gibt – insbesondere, wenn es um die Entwicklung neuer Modelle geht –  führen manchmal zu recht langen Wartezeiten. Wenn die Produktion zu lange dauert, kann es vorkommen, dass sie keine Taschen vorrätig haben. Da es ihnen jedoch wichtiger ist, dass ihre Produkte fair hergestellt werden, nehmen sie diesen Kompromiss in Kauf. Durch die Herstellung ihrer Produkte in Europa können sie gute Arbeitsbedingungen und einen engen Kontakt sicherstellen. Nach inzwischen einigen Jahren der Zusammenarbeit sind Ulrike und ihr Team froh und stolz über die gute Zusammenarbeit mit den beiden Nähereien. 

Auf dem Weg zum Erfolg mussten Ulrike und ihr Team diverse Hürden meistern. Zu Beginn hätte ein kleines Detail beinahe den Ruin von ZIMMER bedeutet: Der Reißverschluss. Aufgrund einer falschen Empfehlung mussten sie 75% der Taschen einer Lieferung, die sie bereits verkauft hatten, wieder zurücknehmen. Manche Reißverschlüsse ließen sich reparieren, andere mussten ausgetauscht werden. Glücklicherweise haben die Kunden verständnisvoll reagiert und sich über das Entgegenkommen des Startups gefreut. Ulrikes Learning daraus war, dass obwohl ein Fehler nicht selbst verschuldet ist, es sich lohnt, die Verantwortung dafür zu übernehmen und sich bei den Kunden zu entschuldigen, denn diese wissen Aufrichtigkeit zu schätzen und honorieren diese.

Wir haben Ulrike gefragt: Was würdest du rückblickend anders machen? Ihre Antwort: „Wir haben aus allen Fehlern gelernt und alles hat uns weiter und vorangebracht, deshalb würde ich auch nichts anders machen.“

Weitere Informationen zu ZIMMER – Fahrradtaschen und Portemonnaies

 
 
Benjamin Herzog
Der Raumklimaaktivist – Benjamin Herzog

Benjamin hat eine spannende berufliche Laufbahn hinter sich. Seine Karriere startete mit einem erfolgreichen Jura-Studium. Dann widmete er sich der Biophysik und den Molecular Life Sciences. Die Idee zu seinem Startup kam ihm im Labor, als sein Mitgründer Johann gerade leuchtende Bakterien erzeugt hatte und ihm bestätigte welches Potential in Mikroorganismen liegt. 2015 haben sie es dann gewagt und den weltweit ersten nachhaltigen Luftfilter aus Mikroalgen entwickelt, der lediglich ein bisschen Wasser und ein wenig Licht benötigt.

Aus den vergangenen fünf Jahren des Unternehmer-Seins hat Benjamin einiges gelernt. „Wie schreibe ich einen Finanz- und Liquiditätsplan?“, diese Frage war für Benjamin, der kaum betriebswirtschaftliche Vorkenntnisse mitbrachte, zu Beginn seiner Startup-Karriere eine große Herausforderung. Deshalb rät er dazu hartnäckig dran zu bleiben, auch wenn es schwierig und manchmal sogar brenzlig wird. Hartnäckigkeit hat Benjamin auch bewiesen, als er vor einigen Jahren sein Basketball-Idol Dennis Rodmann in Miami traf und auf ein Foto mit ihm beharrte. Der Basketballstar hat nach längerem Drängeln dann den Arm um Benjamin gelegt und war bereit für einen Schnappschuss. Allerdings stellte sich unglücklicherweise heraus, dass der Film in der Kamera aufgebraucht war (an Smartphones war damals noch nicht zu denken).

Mit der gleichen Hartnäckigkeit und dem Durchhaltevermögen gilt es mögliche Kooperationspartner anzuschreiben, so Benjamin. Wenn sie auf einem Wege nicht reagieren, dann empfiehlt er, es auf unterschiedlichen Wegen und über mehrere Ansprechpartner zu versuchen. Benjamin hat zudem gelernt, dass ein gutes Netzwerk mit Universitäten und anderen Unternehmen gerade im Bereich Biotechnologie außerordentlich wichtig ist. Denn nur dank der Unterstützung ihres Netzwerks, konnten sein Team und er Analysen an Geräten durchführen lassen, die sie sich als junges Startup niemals selbst hätten leisten könnten.

Auf die Frage, welchen Tipp er anderen Gründer*innen mit auf den Weg geben würde, antwortet Benjamin: „Wenn man eine Vision hat, dann muss man sich Leute suchen, die diese Vision teilen. Das müssen nicht viele Personen sein, ein kleines Team reicht. Wichtig ist, dass sich alle auf einem gemeinsamen Nenner bewegen und diesen mit Durchhaltevermögen umsetzen. Ihr müsst wahrhaftig an eure Vision glauben!“
 
Weitere Informationen zu Solaga