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HI:LIGHTS: Über die Stimme Herzgesundheit bestimmen

Team Noah Labs

Team Noah Labs. (c) Noah Labs.

Die Reise des KI-Startups Noah Labs begann 2021, als sich Oliver Piepenstock (34) und Marcus Hott (28) im Entrepreneur First Inkubator in Berlin beim Gründer-Speed Dating kennenlernten. Beide hatten sich bei der gleichnamigen Organisation beworben, die gleich zu Beginn, ohne dass Programmteilnehmende eine Geschäftsidee vorweisen müssen, aus Überzeugung sechsstellige Summen in die Talente investiert. So auch in Oliver und Marcus, die sich im Anschluss im Inkubator zusammenschlossen und ihr Unternehmen gründeten, dessen Herzstück das Medizinprodukt „Noah Labs Ark“ ist. Dieses ist eine KI-basierte kardiovaskuläre Telemonitoring-Plattform und soll nun um „Noah Labs Vox“, eine stimmbasierte KI-Software zur Früherkennung von dekompensierter Herzinsuffizienz, erweitert werden. 

Gründer bringen Erfahrung aus dem Gesundheitssektor mit

Der medizinische Sektor war für Oliver und Marcus zum Gründungszeitpunkt kein Neuland, da beide bereits zuvor in diesem Bereich tätig gewesen waren: Marcus hatte sich als Softwareentwickler mit maschinellem Lernen und KI an der Harvard Medical School beschäftigt und die Potenziale dieser Technologien für den Gesundheitssektor erkannt. Volkswirt Oliver konnte damals schon auf ein eigens gegründetes Gesundheitsunternehmen im Bereich der Altenpflege namens Mecasa zurückblicken. 
Bei der Weiterentwicklung der Geschäftsidee ihres neuen Unternehmens wurden Oliver und Marcus von Dezember 2021 bis April 2023 durch das Berliner Startup Stipendium (BSS) unterstützt. Darüber hinaus beteiligten sich die Gründer zwischen 2022 und 2023 auch am Mentoring-Programm der Humboldt-Innovation GmbH. 

Aus dem Gründerduo wird mit Arzt Dr. Leonhard Riehle ein Trio

Bildeten die Gründer bis dahin noch ein Duo, änderte sich dies 2024, als Dr. Leonhard Riehle (31), der sein Medizinstudium an der Berliner Charité absolviert sowie klinische Studien zur Stimme geleitet hatte und dazu im kardiologischen Bereich tätig war und, dazustieß und das Gründerteam komplettierte. 
Eine erfolgsversprechende Konstellation aus einem Volkswirt, Softwareentwickler und Arzt, deren Software Noah Labs Ark in kürzester Zeit als Klasse IIa Medizinprodukt zugelassen wurde. Die Telemonitoring-Plattform wird bereits in zahlreichen Arztpraxen mit Erfolg eingesetzt. Das Team von Noah Labs übernimmt die Einrichtung aller Geräte, weitere technische Aufgaben und bietet dem medizinischen Personal außerdem Schulungen zur korrekten Anwendung an. Infolge ist es Ärzt:innen möglich, sich vollkommen auf die Behandlung der Herz-Kreislauf-Erkrankungen ihrer Patient:innen zu konzentrieren, die Behandlungswirksamkeit in Echtzeit zu verfolgen und bei Verschlechterung der Vitalparameter und Symptomatik rechtzeitig medizinisch zu intervenieren. So werden Patient:innen auch betreut, wenn sie monatelang auf den nächsten Termin beim*bei der Kardiolog:in warten müssen. Noah Labs schließt an dieser Stelle eine bisherige Versorgungslücke im Gesundheitssystem. 

Telemonitoring Noah Labs

KI-basierte kardiovaskuläre Telemonitoring-Plattform "Noah Labs Ark". (c) Noah Labs.

Stimmbasierte KI-Software Noah Labs Vox wird in Studie der Mayo Clinic, USA, und Charité getestet

Doch damit nicht genug: Noah Labs entwickelt aktuell die stimmbasierte KI-Software Noah Labs Vox, die zur Früherkennung von dekompensierter Herzinsuffizienz eingesetzt werden soll. Auf Initiative von Noah Labs untersuchen das Deutsche Herzzentrum der Charité und die Mayo Clinic in den USA im Rahmen der Studie „AI-Based Voice Analysis for Monitoring Patients Hospitalized with Acute Decompensated Heart Failure“, kurz: „VAMP-HF“, inwiefern Patient:innen mit fortgeschrittener Herzschwäche über den Klang ihrer Stimme telemedizinisch überwacht werden können und setzen dabei die KI von Noah Labs ein. 

Die Software unter die Lupe genommen: Wie kann der Zustand des Herzens anhand der Stimme bestimmt werden?

Aber wie kann der Zustand des Herzens anhand der Stimme festgestellt werden? Um dies zu beantworten, ist es notwendig, zu erklären, was im Körper von Menschen mit Herzinsuffizienz mit „hydropischer Dekompensation“ geschieht: Durch die stark verminderte Pumpfunktion des Herzens kann nicht mehr ausreichend Flüssigkeit aus dem Gewebe zu den Ausscheidungsorganen transportiert werden, so dass sich die Flüssigkeit im Körper ansammelt, wie bspw. in der Lunge, was zu einer lebensbedrohlichen Verschlechterung des Allgemeinzustands führt. Ärzt:innen verabreichen dann Medikamente, die das Herz stärken und solche, die eine bessere Ausscheidung von Flüssigkeit ermöglichen sollen. Dabei ist es essentiell, dass die Wirksamkeit der Therapie engmaschig kontrolliert und angepasst wird. An dieser Stelle ist das Stimm-Monitoring durch Noah Labs Vox hilfreich, da eine größere Flüssigkeitsansammlung im Körper zu einer veränderten Ausbreitung von Schallwellen führt, woraus eine temporäre Veränderung der Stimme resultiert. Im Gegensatz zum menschlichen Gehör, das diese Veränderungen nicht wahrnehmen kann, werden sie mithilfe von Noah Labs Vox messbar. 
Die Software analysiert in Stimmproben von Patient:innen hunderte Parameter und identifiziert kleinste Veränderungen. Die KI erfasst die ausgeschiedene Flüssigkeitsmenge und kann so die Wirksamkeit der Therapie voraussagen, so dass Ärzt:innen die Behandlung anpassen können, bevor Symptome auftreten.

Noah Labs tragen zur signifikanten Verringerung kardiovaskulärer Ereignisse, Krankenhausaufenthalten und Sterblichkeit bei 

Durch Noah Labs Ark können kardiovaskuläre Ereignisse, Krankenhausaufenthalte und die Sterblichkeit nachweislich reduziert werden. Wenn Noah Labs Vox ebenfalls als Medizinprodukt zugelassen wird, werden diese Vorkommnisse vermutlich noch seltener eintreten. Eventuell kann Noah Labs Vox in Zukunft auch bei anderen Herz-Kreislauferkrankungen zum Einsatz kommen. Dies wird aktuell erprobt.
Noah Labs zeigt mit seinen Produkten eine weitere Facette der Einsatzmöglichkeiten von KI auf und motiviert dazu, sich mit den Potenzialen der Technologie weiter auseinanderzusetzen.

 

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