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Lieferkettentransparenz durch HU-Startup seedtrace

Mit Blockchaintechnologie macht seedtrace faire Bezahlung an Kakaoanbauende nachvollziehbar

Das Berliner Tech Startup seedtrace löst eine der größten Herausforderungen der Kakao-Industrie: Faire Bezahlung und höhere Einkommen für Kakaoanbauende werden mit Hilfe der Blockchain-Technologie nachgewiesen. In einem internationalen Projekt mit dem schweizerisch-ghanaischen Startup Koa und der südafrikanischen MTN-Gruppe aus Südafrika wurde ein fälschungssicheres, transparentes System entwickelt und implementiert. Dabei werden Zahlungen an Kleinbauern/-bäuerinnen in Ghana in Echtzeit verifiziert und mobile Transaktionen unwiderruflich und dezentral gespeichert. Der entscheidende Unterschied zu bestehenden Zertifizierungen ist der öffentlich zugängliche und direkte Nachweis, dass die Anbauenden die vollen Zahlungen auch wirklich erhalten.

In den vergangenen Jahrzehnten haben die Armut, in der Kakaoanbauende leben sowie diverse Lieferkettenskandale in der Branche für Aufsehen gesorgt. Branchenübergreifend steigen sowohl der Druck durch KonsumentInnen als auch die rechtlichen Bedingungen hinsichtlich Transparenz und Nachhaltigkeit entlang der Kette. Selbst bei Produkten, die ein Zertifizierungslabel tragen, drängt sich unter anderem folgende Frage auf: Wie können wir sicher sein, dass die Menschen, die am Ursprung der Produkte stehen, wirklich einen fairen Anteil am Endverkaufspreis erhalten?

Die seedtrace GmbH aus Berlin hat sich gemeinsam mit dem Kakaofrüchte-Produzenten Koa vorgenommen, neue Standards in der Branche zu etablieren. “Um die Brücke zwischen uns und der Herkunft eines Produktes zu schlagen, müssen wir es sowohl Unternehmen als auch VerbraucherInnen ermöglichen, bewusste, nachhaltige Entscheidungen zu treffen. Mit anderen Worten: Um einen Wandel in großem Maßstab voranzutreiben, brauchen wir verlässliche Informationen, die auf Knopfdruck zur Verfügung stehen”, betont Ana Selina Haberbosch, CEO und Co-Founder von seedtrace. Das Startup bietet eine digitale Plattform, die es Unternehmen ermöglicht, sämtliche Informationen über die Wertschöpfungskette ihrer Produkte abzubilden - vom Ursprung bis ins Supermarktregal. Als Pionier in der Kakaobranche ist Koa der perfekte Partner für seedtrace. “Wir wollen diese langen, intransparenten Lieferketten abschaffen”, betont Anian Schreiber, Geschäftsführer und Mitbegründer von Koa. “ Anstatt Behauptungen aufzustellen, legen wir die Karten auf den Tisch und ermöglichen allen Akteuren entlang der Kette, jede Transaktion an Kleinbauern selbst mitzuerleben.” Das Startup ist dafür bekannt, das weiße Fruchtfleisch, das die Kakaobohnen umgibt, zu verwerten und damit das Einkommen der Kleinanbauenden deutlich zu erhöhen. Koa arbeitet derzeit mit mehr als 2.200 Kakaobauern zusammen und wird diese Zahl in den nächsten beiden Jahren auf 10.000 erhöhen.

Was macht den Unterschied aus?

Das entwickelte System unterscheidet sich von bestehenden Zertifizierungen, bei denen die Zahlungen häufig nur in undurchsichtigen und fehleranfälligen Kontrollverfahren geprüft werden. Meist erhalten die Kleinbauern nur einen Teil der vorgesehenen Mittel. Über einen QR-Code ermöglicht seedtrace allen Beteiligten, die geprüften Daten und jede Transaktion an Kakaoanbauende nachzuvollziehen. “Wir verifizieren jede einzelne Transaktion und speichern sie dezentral in einer emissionsarmen Blockchain. Gemeinsam mit Koa setzen wir damit neue Standards, die sicherstellen, dass die Informationen geprüft wurden, nicht manipuliert werden können und in Echtzeit für alle Beteiligten zugänglich sind”, so Haberbosch.

Blockchain ermöglicht volle Transparenz

Die Anwendungsmöglichkeiten für Blockchain gehen weit über virtuelle Währungen hinaus. Durch die Verwendung einer elektronischen Zahlungsform über das Handy und somit einer digitalen Eingabe, wird die Verifizierung des zusätzlichen Einkommens der Kleinbauern ermöglicht. Die Daten werden dabei von unabhängigen Parteien und Systemen validiert und irreversibel auf der Blockchain gespeichert. Dafür haben sich seedtrace und Koa mit MTN Group, Afrikas größtem Telekommunikationsanbieter und dem US-Blockchain-Unternehmen Topl zusammengetan. Beim Umgang mit sensiblen Informationen wie den Daten der Lieferkettenakteure ist die Einhaltung von Datenschutzgesetzen von größter Bedeutung und wurde sorgfältig berücksichtigt.

Oberweis nutzt das System bereits für seine Produkte

Oberweis nutzt das System bereits für seine Produkte Der bekannte luxemburgische Konditor Jeff Oberweis, der Kakaofruchtzutaten von Koa für seine Produkte bezieht, ist der Erste, der seine KundInnen mit Hilfe der seedtrace-Integration auf eine Reise vom Kakaoanbauenden in Ghana bis zum Endprodukt schickt. “Wir möchten 2022 den Beweis haben, dass Menschen fair bezahlt werden und dass wir in der gesamten Wertschöpfungskette auf Augenhöhe arbeiten. Die Integration der Blockchain garantiert volle Transparenz und ermöglicht es uns, eine Vorbildfunktion einzunehmen”, betont Jeff Oberweis. Über folgenden Link können Sie die Zahlungen in Echtzeit rückverfolgen. Das System begann am 19. Januar 2022 mit der Überprüfung der Transaktionen. Seitdem sind bereits Zahlungen an 248 Kakaoanbauende nachvollziehbar: https://bit.ly/seedtrace_Oberweis

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